Uerdingen - Rundgang durch den historischen Stadtteil - Teil 1

Bildurheber: Kurt Zich

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Stadtrundgang

Start: Platz Am Röttgen

Ein hohes, markantes Gebäude weist mit seiner spitz zulaufenden Form auf den Eingang zur Uerdinger Altstadt hin.
Der monumentale Burghof zwischen Alte Krefelder Str. 10 und Am Röttgen wurde 1911 erbaut und setzt mit seiner gerundeten Ecke und dem hoch aufragenden Zeltdach einen wichtigen städtebaulichen Akzent an dieser Straßenkreuzung. Wo der trichterförmige Platz am engsten wird, stand früher das Bruchtor auf Höhe des mit Jugendstilmotiven verzierten Hauses auf der Alten Krefelder Str. 23.

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Gegenüber, Alte Krefelder Str. 4 - 6, steht der in Anlehnung an den Klassizismus verkleidete Putzbau des Brempter Hofes. Durch den Torbogen gelangt man in den ruhig gelegenen Garten. Erbaut im 14. Jahrhundert, wurde der Hof nach Tillmann von Brempt benannt, einem vom Kölner Kurfürsten ernannten Amtmann, dem das Anwesen als lehnsfreier Besitz zustand. Ältester Bauteil des mehrfach umgebauten und erweiterten Hofes ist der gotische Torturm. Seit 1937 im Besitz der Stadt Krefeld, ist im Flügelbau seit 1981 das Uerdinger Heimatmuseum untergebracht.

Das viele Exponate zur Wirtschaftsgeschichte und baulichen Entwicklung enthaltende Museum ist jeden Dienstag und Mittwoch von 10.00 - 12.00 Uhr sowie nach Voranmeldung zu besichtigen.

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Bei der Fortsetzung des Rundganges lohnt sich ein Blick in die abzweigenden Gassen
(Obere und Untere Mühlengasse), die die damalige Enge der Kernstadt noch heute spüren lassen.

An der Kreuzung Alte Krefelder Straße/Oberstraße führt der Weg am Marktplatz vorbei in die Oberstraße. Durch die Unterbrechung der Häuserzeile wird die katholische Pfarrkirche St. Peter sichtbar-

Entlang der Oberstraße reihen sich viele zweistöckige Häuser aus den älteren Uerdinger Bebauungsphasen, des 19. Jahrhunderts und der Jahrhundertwende.

Weiterführend betritt man den trichterförmigen Platz vor dem ehemaligen Obertor. An der heutigen Stelle des Parkplatzes befand sich früher der Stadtgraben und die Zugbrücke.

Das zuletzt als Gefängnis dienende Tor wurde 1877 abgerissen.

Rechts schließt sich der Wallgarten an. Die Vertiefung verdeutlicht die ehemalige Funktion als Wassergraben vor der erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer. Die nach den Plänen des Gartenbauinspektors Ernst Rocholl geometrisch gestaltete Parkanlage besaß einst Pergolen und Brunnen. 1910 wurde sie eröffnet. 1928 kam ein Kriegerdenkmal hinzu. Durchschreitet man den Wallgarten ein wenig Richtung Westen, gelangt man an den runden, fünfgeschossigen Eulenturm, den Südwestturm der ehemaligen Stadtbefestigung. Der Backsteinturm wurde 1325 bis 1330 erbaut und hat unten eine Mauerstärke von 1,5 m, die nach oben abnimmt. Er diente zunächst als Gefängnis, dann bis vermutlich 1795 als Mühle. Hinter dem Turm und der Stadtmauer steht das Josefs-Hospital. Auf der anderen Seite ließen sich vornehmlich um und nach der Jahrhundertwende Uerdinger Fabrikanten in prächtigen Villen nieder.

Setzt man den Rundgang in östlicher Richtung fort, passiert man die 1799 nach einem für die Stadt bedrohlichen Eisgang errichtete Mariensäule. Die ehemalige Holzfigur wurde 1894 in Stein ersetzt.

Rechts auf der Burgstraße 21 a sieht man die Eckvilla des Fabrikanten Wilhelm Dickmanns, die 1909 von den Architekten Girmes & Oediger im Heimatstil erbaut wurde.

Biegt man etwas nach Süden in die Dammstraße ein, steht man vor dem Haus Rheinhorst, Dammstr. 4 - 6.