Stadtkirche Bad Rappenau

Die Stadtkirche Bad Rappenau ist eine evangelische Kirche in Bad Rappenau. Die Kirche geht auf ein spätmittelalterliches Vorgängerbauwerk zurück und wurde 1887 neu erbaut.

Bild: P.Schmelzle@wikimedia.org CC BY-SA 3.0

Bildurheber: n.n.@wikimedia.org

Das Gebiet der Stadt Bad Rappenau gehörte ursprünglich zum Bistum Worms. Der Wormser Bischof erlaubte 1343 Konrad von Helmstatt, die Filialkapelle Rappenau der Wimpfener Pfarrkirche als eigene Pfarrkirche auszustatten. Das Kirchenpatronat lag bei den Ortsherren, den Herren von Helmstatt. Die Kirche war Johannes dem Täufer geweiht. 1501 wurde an der Stelle der ersten Kirche eine neue Kirche errichtet. Die Kirche bildete mit einem einstmals hier befindlichen Herrensitz, später mit dem benachbarten alten Rathaus und den umliegenden Gebäuden die Mitte des Oberdorfes, des historischen Siedlungskerns der Stadt. Ab 1530 wurde durch die Ortsherren die Reformation eingeführt, infolgedessen war Rappenau über Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Gemeinde.

1609 wurde die Kirche erweitert. Das Bauwerk war 22 Meter lang und neun Meter breit. Im Zuge dieser Erweiterung wurde der ursprünglich um die Kirche befindliche Friedhof des Orts aufgegeben und ein neuer Friedhof am Ortsrand eingerichtet. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Ort 1622 von Tillys Truppen verwüstet. 1634 wird berichtet, die Rappenauer Bürger hätten „getreulich mitgeholfen, Kirche und Pfarrhaus zu plündern und das Inventar zu verkaufen“. Von 1640 bis 1654 war die Pfarrstelle unbesetzt, und der Pfarrdienst wurde von Pfarrern aus umliegenden Orten versehen. 1655 war die Kirche noch immer beschädigt. Der benachbarte Herrensitz war im Dreißigjährigen Krieg auch zerstört worden, seine Steine wurden zum Wiederaufbau des ebenfalls zerstörten Bandhauses verwendet, das sich bis 1970 in der Nachbarschaft der Kirche befand. Die Kirche selbst wurde erst 1686 wieder vollkommen instand gesetzt, in jenem Jahr wurde auch eine neue Kanzel gestiftet. Der Ortsherr Uriel von Gemmingen und seine Frau Ursula stifteten 1698 zwei Bronzeglocken.

1708 wurde die Kirche umfassend renoviert und es wurde eine Sakristei angebaut. In der Zeit von 1761 bis 1854 wurden verschiedene Reparaturen und Umbauten ausgeführt, Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die Emporen-Stirnseiten bemalt. 1776 erhielt die Kirche eine Sonnenuhr. Die Kirche wurde jedoch mit ihren Plätzen für 380 Erwachsene und 80 Schüler allmählich zu klein, nachdem die Gemeinde, inzwischen nach dem Übergang an Baden 1806 Teil der Evangelischen Landeskirche in Baden, mit dem Anwachsen von Rappenau ebenfalls angewachsen war. Am 27. Februar 1887 begannen die Abbrucharbeiten nach einem feierlichen Schlussgottesdienst, um Platz für einen geräumigeren Neubau zu schaffen.