Pfarrstraße, 28832 Achim
Die St. Laurentius-Kirche wurde wahrscheinlich auf einer ehemaligen heidnischen Kultstätte errichtet. Das 1257 erstmals urkundlich erwähnte Gebäude ist das älteste Bauwerk der Stadt. Die Kirche diente in Kriegszeiten und bei Bränden als Zufluchtsort. Ursprünglich als romanischer Feldsteinbau errichtet (an Turm und Südwand sind gespaltene Findlingssteine zu finden), wurden in der Spätgotik (14. Jahrhundert) neue Fenster aufgestemmt. Eine Erweiterung nach Osten und der Anbau von zwei Kapellen im Norden und Süden fallen ebenfalls in die gotische Epoche. Die vorhandene Flachdecke wurde durch ein Wulstrippengewölbe ersetzt. In der Mandelsloh- und in der Clüverkapelle befinden sich alte Grabdenkmäler sowie zwei marmorne Sarkophage einer alten Achimer Adelsfamilie. Die schon 1574 schriftlich erwähnte Uhr im Turm der Kirche wird heute zwar elektronisch gesteuert, in der Uhrkammer befindet sich aber immer noch das betriebsfähige Furtwängler-Uhrwerk aus dem Jahre 1864. An der 1631 erbauten Kanzel sind die vier Evangelisten dargestellt. Der spätbarocke Altar aus dem Jahr 1750 zeigt prächtige gold- und elfenbeinfarbene Seitenvaluten. Das älteste Stück in der Kirche ist der spätromanische Taufstein mit einem die Schöpfungsgeschichte darstellenden neuzeitlichen Bronzedeckel. Am Kirchenausgang befindet sich in einer Wandnische eine Figur in rotgoldenem Gewand. Es ist der Schutzpatron der Achimer Kirche, der Heilige Laurentius, der im Jahre 258 für seinen Glauben starb. Er wurde nach der Überlieferung bei lebendigem Leibe auf einem Rost verbrannt.