Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Bildurheber: Gisela Pape

Die Gedächtniskirche ist eines der Wahrzeichen Berlins und Kriegsmahnmal. 1987 wurde eine Gedenkhalle als Ort der Mahnung gegen Krieg und Zerstörung, verbunden mit dem Willen zur Versöhnung, eingerichtet. Im Mittelpunkt steht eine Christusfigur vom Altar der alten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, ein Nagelkreuz aus der Kathedrale von Coventry, die im Zweiten Weltkrieg von deutschen Bomben zerstört wurde und das Ikonenkreuz der Russischen Orthodoxen Kirche.


Bildurheber: Gisela Pape


  Neben der 63 m hohen Ruine der alten neoromanischen Kaiser-Wilhelm-Kirche, die 1891-1895 nach Entwürfen von Franz Schwechten erbaut wurde, steht heute ein unter der Leitung des Karlsruher Architekten Prof. Egon Eiermann von 1959 bis 1961 erbauter moderner Kirchenbau. Die zu Ehren des Kaisers Wilhelm I. gebaute Kirche, die in ihrer Gestalt an eine Kaiserpfalz erinnerte, wurde am 23.11.1943 bei einem Bombenangriff schwer beschädigt.

Nach dem Krieg sollte der alte Turmstumpf, der „Hohle Zahn“, abgerissen werden. Doch die Berliner wollten die Kirche bzw. das, was von ihr übrig war, behalten und so wurde der Turmrest nach dem Protest der Bevölkerung in den Entwurf von Eiermann für das neue Gebäude einbezogen. Es entstand ein blauverglastes Oktogon, ein sechseckiger Turm, den die zwischen doppelten Wänden eingebrachten Lichtquellen innen und außen blau erstrahlen lassen.

Der bauliche Zustand des alten Turms der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist besorgniserregend und er muss dringend saniert werden. Deshalb haben die Kirchengemeinde und die Stiftung Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche mit Unterstützung Berliner Unternehmer die Spendenaktion "Rettet den Turm" gestartet, um Geld zur Deckung der erwarteten Sanierungskosten von ca. 3.3 Millionen Euro zu sammeln.


Bildurheber: Gisela Pape


  Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche prägt das Bild der City-West von Berlin und die des Breitscheid-Platzes (ehemals Auguste-Victoria-Platz) mit dem Europa-Center und dem charakteristischen Weltkugelbrunnen. Auf diesem zentralen Bummel- und Spazierplatz, der 2006 neu gestaltet wurde, tummelt sich das Leben - Touristen in Straßencafés, Einheimische beim Einkaufsbummel, Skateboardfahrer, Straßenmusikanten, Taschendiebe, alles ist hier zu finden.

Bildurheber: Gisela Pape


 Im Winter findet man hier rund um die Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz den Weihnachtsmarkt mit seinen herrlichen Buden und dem köstlichen Duft, der unzählige Berliner und Berlin-Besucher anlockt.