Flüsterbogen in Görlitz

Bildurheber: Peter Hennig

Sollte Sie beim Besuch der Stadt Görlitz Ihr Weg über den Untermarkt führen und Sie bemerken am Eingangsportal des Gebäudes mit Hausnummer 22 sich etwas ungewöhnlich aufführende Mitmenschen, so seien Sie nicht weiter besorgt – besagte Mitmenschen gehen nur einem akustischen Phänomen nach, welches dem spätgotischen Portal zu eigen ist. Das Portal heißt im Volksmund auch der Flüsterbogen. Über eine Vertiefung im Bogen werden die Schallwellen von der einen zur anderen Seite geleitet. Was also auf der einen Seite hinein geflüstert wird, ist auf der anderen Seite zu hören. Zum Testen dieser Flüsterstrecke muss man allerdings zu zweit sein.
Der um 1500 errichtet Torbogen trägt eine Reihe von spätgotischen Merkmalen wie die kielbogenförmige Archivolte und seitlichen Maskenkonsolen. Dieses Eingangsportal ist nur eine kleine Sehenswürdigkeit am Görlitzer Untermarkt, ansonsten ist der ganze Untermarkt eine einzige Sehenswürdigkeit, die von dem einstigen Reichtum und der kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung der Stadt zeugt.