Cornelienkirche (Bad Wimpfen)

Die Cornelienkirche ist eine spätgotische evangelische Kirche in Bad Wimpfen. Sie wurde nicht, wie ihr Name vermuten lässt, dem heiligen Cornelius, sondern Maria geweiht. Die ansonsten unscheinbare kleine Kirche zeichnet sich durch alte Wandmalereien im Inneren und ein kunstvolles Portal aus. Im Dreißigjährigen Krieg diente sie der Überlieferung zufolge als Hauptquartier Tillys während der Schlacht bei Wimpfen, weshalb sie im Volksmund auch Tillykapelle genannt wird.

Bild: P.Schmelzle@wikimedia.org CC BY-SA 3.0

Seit dem 14. Jahrhundert kommt eine Maria geweihte Kirche vordie 1444 erstmals auch als Cornelienkirche bezeichnet wurde (alias ad Corneliam nominatae). Die heutige Kirche wurde einer Inschrift am Nordportal zufolgeab 1476 erbaut oder umgebaut, das Patronat hatte das Wormser Domkapitel inne. Es ist nicht sicher, woher der Name Cornelienkirche rührt, er ist nicht auf den heiligen Cornelius zurückzuführen. Vermutlich beruht er auf der in der Chronik des Dekans Burkard von Hall gegen Ende des 13. Jahrhunderts verbreiteten Überzeugung, der Name der römischen Ansiedlung beim Wimpfener Kastell sei Cornelia gewesen.

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Seit 1584 befand sich das Gebäude in städtischem Besitz. Der Überlieferung zufolge befand sich Tillys Hauptquartier während der Schlacht bei Wimpfen am 6. Mai 1622 in der Cornelienkirche, hier soll er den Aufmarschplan der Schlacht entworfen haben. Die Kirche wurde mehrfach verwüstet und ab 1740 als Heuschober benutzt. Anfang des 19. Jahrhunderts war sie derart heruntergekommen, dass der Abbruch schon beschlossen war, dann aber doch nicht erfolgte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde sie saniert und 1993 wieder vollständig instand gesetzt. Sie dient der evangelischen Kirchengemeinde Bad Wimpfen heute als weitere Kirche neben der Stadtpfarrkirche.

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