Wissenswertes über Friedrichroda

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Friedrichroda ist eine Kleinstadt im Landkreis Gotha und einer von fünf staatlich anerkannten Luftkurorten in Thüringen.
Durch Ludwig mit dem Barte kam es um 1044 mit dem Bau der Schauenburg zur Ortsgründung des heutigen Friedrichroda. Sein Sohn, Ludwig der Springer, gründete 1085 das Kloster Reinhardsbrunn, welches für viele Jahre ein geistiges und kulturelles Zentrum Thüringens war. Als Friderichesrot erfolgte 1114 die erste urkundliche Erwähnung. Nach dem Aussterben der Ludowinger wuchs für den Ort die Bedeutung des Klosters Reinhardsbrunn. Die Mönche förderten die Landwirtschaft und ließen zahlreiche Fischteiche anlegen.

Friedrichroda hatte durch seine Lage an einer wichtigen Passstraße über den Thüringer Wald eine Bedeutung als Straßenstation; für den steilen Aufstieg zum Rennsteig waren Vorspanndienste zu leisten. Viele Bürger wählten daher mit zunehmendem Transportaufkommen das Fuhrmannsleben als Erwerbsgrundlage.
Erste Hammerwerke und Mühlen entstanden an den Quellbächen südlich des Ortes, welche Teil einer komplexen Bergbaulandschaft am Nordrand des Thüringer Waldes waren.

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Das Kloster Reinhardsbrunn wurde während des Bauernkrieges von aufständischen Bauern und Tagelöhnern aus den umliegenden Orten gestürmt und ausgeplündert, deshalb ergriffen die Mönche die Flucht. Das Kloster ging in den Besitz der Landesherrschaft über. Im Amt Reinhardsbrunn wurden die ehemaligen Klosterorte zusammengefasst. Das Marktrecht erhielt Friedrichroda im Jahre 1595 und 1597 das Stadtrecht. Ein städtischer Rat ist seit 1605 nachweisbar. Im Jahre 1634, während des Dreißigjährigen Krieges, wurde der Ort schwer heimgesucht und ausgeplündert.

Neben Waldnutzung, Weberei, Zwirnhandel, Färberei und Bleicherei wurde in der Bergstadt Eisenbergbau betrieben. Eine erste Blütezeit erlebte der Kupferbergbau bereits im 15. Jahrhundert, etwa 100 Bergleute fanden ein Einkommen. Die Marienglashöhle wurde 1784 bei der Suche nach anderen Erzen und Gesteinen entdeckt. Um 1840 wurde der gewerbliche Bergbau wurde eingestellt. Ein Schaubergwerk wurde 1967/68 gegründet.

Das Kloster Reinhardsbrunn wurde 1827 von den Gothaer Herzögen als Landschloss mit Park in englischem Stil umgestaltet und ist heute als Schloss Reinhardsbrunn bekannt.

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Der Gothaer Buchhändler Friedrich Christoph Perthes kam 1837 als erster Kurgast nach Friedrichroda, um sich von den Folgen einer schweren Krankheit zu erholen. 1841 wurde er Ehrenbürger von Friedrichroda. Erst als sich der Arzt Ferdinand Keil 1844 niederließ und andere Mediziner auf den Ort aufmerksam machte, kam Friedrichroda zum eigentlichen Ruf als heilklimatischer Kurort im Thüringer Wald. Heute prägen zahlreiche gründerzeitliche Bauten, als Kurpensionen und Hotels errichtet, das Stadtbild.
Seit 1929 ist die Stadt Station der elektrischen Thüringerwaldbahn Gotha–Tabarz.
Als Luftkurort und Wintersportort besitzt Friedrichroda eine lange Tradition. Die Stadt verfügt über ein ausgedehntes Wanderwegenetz mit zahlreichen Naturschönheiten, Gasthäusern und Parks. Friedrichroda war in der Zeit nach 1949 bis zur Wende 1989 eines der beliebtesten mitteldeutschen Ferienziele und galt als zweitgrößter Erholungsort der DDR.
Übernachtsmöglichkeiten gibt es in den zahlreichen Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in der Stadt.
Die Gemeinden Ernstroda und Finsterbergen wurden am 1. Dezember 2007 nach Friedrichroda eingemeindet.


Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Kurortes sind: