Ulrichskirche (Eberstadt)

Die Ulrichskirche ist die Pfarrkirche der evangelischen Kirchengemeinde in Eberstadt im Landkreis Heilbronn im nördlichen Baden-Württemberg. Die hochgotische Chorturmkirche wurde anstelle eines romanischen Vorgängerbauwerkes ab 1477 erbaut und im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und umgebaut. Die Kirche, die bis 1964 Lukaskirche hieß, gilt als bedeutendstes Kunstdenkmal Eberstadts.

Bild: Rosenzweig@wikimedia.org CC BY-SA 3.0

Die Ulrichskirche liegt in der alten Ortsmitte Eberstadts unmittelbar neben dem Rathaus auf einem kleinen Hügel, der sich etwa 15 Meter über die Talsohle des Eberbachtals erhebt. Der Kirchberg wird von einer hohen Wehrmauer abgestützt. Bei Aushebung eines Heizungskellers wurden 1951 unter der Kirche Überreste einer jungsteinzeitlichen Herdstelle der Rössener Kultur gefunden. Südlich der Kirche befindet sich auf dem Kirchhof innerhalb der Wehrmauer das Eberstädter Ehrenmal für die Toten der Kriege. Das evangelische Pfarrhaus Eberstadts liegt gegenüber der Kirche im Norden.

Bild: Rosenzweig@wikimedia.org CC BY-SA 3.0

Die Kirche ist in Ost-West-Richtung ausgerichtet. Im Osten befindet sich der viereckige Chorturm, der seine heutige Gestalt in mehreren Baustufen erhielt. Vermutlich von 1477 stammt das hochgotische Untergeschoss mit jeweils einem Spitzbogenfenster an den drei Außenseiten, das im Inneren den Chor beherbergt. 1628 wurde der Turm um das zweite Stockwerk mit Fenstern im rundbogigen Renaissance-Stil erhöht; das dabei neben dem württembergischen Wappen am Turm in Stein gehauene Eberstädter Wappen ist dessen älteste bekannte Darstellung. Ein abschließender, achteckiger Aufbau aus Holz wurde 1816 bei einem Unwetter zerstört und 1821 durch einen weiteren viereckigen Steinaufbau mit einfachem Dach und aufgesetzter Laterne ersetzt; zugleich wurde eine Turmuhr eingebaut. Südlich an den Turm ist die 1952 erneuerte Sakristei angebaut.

Das westlich anschließende Kirchenschiff mit Hauptportal im Westen wurde 1584 bis 1586 vergrößert und spätmanieristisch erneuert. Der Innenraum wurde 1961 bis 1963 grundlegend umgestaltet; zwei Emporen im Süden und Norden wurden abgebrochen, es verblieb die größere Westempore. Auf einer neuen, kleineren südlichen Empore fand die Walcker-Orgel von 1789 (1898 und 1936 umgebaut und erweitert, 1986 durch eine Kern-Orgel ersetzt) ihren Platz. Die barocke Kanzel von 1728, zuvor auf der rechten Seite des Kirchenraums angebracht und nur von der Sakristei aus zugänglich, wurde nach links versetzt.

Zum Chor im Untergeschoss des Turms leitet ein Triumphbogen über, die Jahreszahl 1585 darüber erinnert an die Erneuerung des Kirchenschiffs. Das Kreuzgewölbe des Chors ist mit den Zeichen der vier Evangelisten ausgemalt, die Malereien stammen vermutlich aus dem späten 16. Jahrhundert. Die heutigen Chorfenster wurden bei der Renovierung in den 1960er-Jahren ergänzt.