Schloss Obergimpern

Schloss Obergimpern ist ein aus dem Verwaltergebäude einer älteren Burg hervorgegangener Herrensitz in Obergimpern, einem Stadtteil von Bad Rappenau im Landkreis Heilbronn im nördlichen Baden-Württemberg. Seine heutige Gestalt erhielt das Schloss durch mehrere Baumaßnahmen der Grafen von Yrsch, deren Nachfahren das Anwesen bis heute besitzen.

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Das Hauptgebäude ist ein rechteckiger, dreigeschossiger Putzbau mit Walmdach, der über eine nach Norden vorgebaute Freitreppe erschlossen wird. Unter dem Gebäude befinden sich drei etwa gleich große Gewölbekeller. Die ältesten Teile des Schlossgebäudes sind der nördliche Gewölbekeller und die beiden unteren Geschosse des nördlichen Drittels des Gebäudes. Diese Bauteile entsprechen im Wesentlichen dem Baukörper des schon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts vorhandenen Verwalterbaus, der durch Verlängerung und Aufstockung dann sukzessive zum heutigen Schloss ausgebaut wurde, wobei die ursprüngliche Traufseite zur zunächst Giebelseite wurde, bevor das Schloss bis um 1880 ein Walmdach erhielt. Der über der Freitreppe nach Norden angebaute Balkon stammt ebenfalls von den Umbauten um 1880. Über der Tür zum Balkon befindet sich an der Nordfassade ein großes Wappen der Freiherren von Yrsch in der seit dem späten 18. Jahrhundert gebräuchlichen Form.

Auf der Ostseite des Schlosses befindet sich ein langgezogener alter Kuh- und Schweinestall, der in die steile Böschung hineingebaut ist. Südwestlich des Schlosses befindet sich eine Gebäudegruppe aus altem Wasch- und Backhaus, Pächterhaus und Gärtnerhaus. Westlich des Schlosses befand sich einst auch noch ein Meiereigebäude.

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Westlich an das Schloss und wegen der Hanglage durch eine Stützmauer abgetrennt, schließt sich der um 1766 angelegte relativ kleine Schlossgarten an. Über das ursprüngliche Aussehen des Schlossgartens gibt es keine Unterlagen und auch die wenigen historischen Abbildungen sind mit Hinblick auf den Garten wohl eher idealisierend oder sonstwie nicht der Realität entsprechend. Es kann jedoch jeher von einer repräsentativen und formalen Anlage des sich nach Westen bis zum Schlosswiesenbach erstreckenden Gartens ausgegangen werden, zumal das Schlossgut noch über eine eigene Gärtnerei im Bereich der früheren Wasserburg verfügte. Die Gärtnerei, die auch für die Pflege des Schlossgartens zuständig war, wurde zu Beginn der 1960er Jahre aufgegeben, auf dem Gelände wurde 1965 der Kindergarten von Obergimpern errichtet. Der Schlossgarten wurde in den 1960er Jahren der leichteren Pflege wegen in eine Rasenfläche mit lockerem Baumbestand umgewandelt.

In die Stützmauern zum Schlossgarten hin und vermutlich auch in die Schlosserweiterung um 1766 sind wohl Bauteile der alten Wasserburg eingegangen. In der Gartenmauer sind nicht mehr zu deutende Reste von Mustern und Inschriften zu erkennen.