Rhein- Neckar- Zeitung

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Die Rhein-Neckar-Zeitung "RNZ" erscheint in Heidelberg mit einer verkauften Auflage von 88.649 Exemplaren und ist die regional dominierende Zeitung. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich neben Heidelberg auf Weinheim, Sinsheim, Schwetzingen, Mosbach und Buchen. Die Zeitung befindet sich bis heute in Familienbesitz.

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Gegründet wurde die RNZ, unter Lizenz der Information Control Division, am 5. September 1945 von Rudolf Agricola, Theodor Heuss und Hermann Knorr. Sie war Nachfolgerin der "Süddeutsche Mitteilungen", die von der Psychological Warfare Division der 12. amerikanische Heeresgruppe herausgegeben worden war. Die drei Herausgeber repräsentierten damals für die Besatzungstruppen die wichtigsten politischen Strömungen: Liberale (Heuss), Sozialdemokraten (Knorr) und Kommunisten (Agricola), die CDU war im September 1945 noch nicht gegründet. Mit ihrem frühen Gründungsdatum im fast unzerstörten Heidelberg war die RNZ damit nach den "Aachener Nachrichten" und der "Frankfurter Rundschau" die dritte nach dem Zweiten Weltkrieg genehmigte Zeitung in Deutschland. Heuss verließ die Zeitung bereits am 24. September wieder, weil er zum Kultusminister von Württemberg-Baden berufen wurde. Er steuerte aber noch einige Zeit als freier Mitarbeiter Artikel bei.

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Die RNZ, die in ihrer Anfangszeit eher linksorientiert war (Helmut Kohl weigert sich bis heute dem Blatt ein Interview zu geben, da er sich über CDU-kritische Artikel in den 1960er Jahren geärgert hatte), gilt heute als tendenziell konservativ ausgerichtet, allerdings vertritt sie noch in manchen Themen linke Positionen. Die zahlreichen Regionalteile sind ein wesentlicher Bestandteil der RNZ und ihres Erfolges, sich gegen früher oder heute noch existierende Konkurrenzprodukte in ihrem Verbreitungsgebiet durchzusetzen. Mit den anderen beiden großen Zeitungen der Region, dem "Mannheimer Morgen" und der "Ludwigshafener Rheinpfalz" besteht jedoch seit mehreren Jahren eine Anzeigengemeinschaft.