Osterwasserholen

Bildurheber: city-map Zittau, Görlitz und Weißwasser

Am Ostermorgen gingen die Mädchen zum nächsten fließenden Gewässer zum Wasserholen. Noch vor Sonnenaufgang, bevor das "Osterlämmchen durch die Sonne sprang".

Kein Wort durfte gesprochen werden, weder auf dem Hin- noch auf dem Rückweg sonst ging es nicht in Erfüllung, was der alte Brauch versprach. Wer sich im klaren Wasser des Baches, Brunnens oder Flusses wusch, wurde schön. Und das hielt ein ganzes Jahr an.

Die Mädchen brachten gefüllte Krüge mit nach Hause, auch Wasser für die Alten und Kranken. Wenn sie mit Osterwasser gewaschen wurden, konnten sie auf Kräftigung und Genesung hoffen. Auch die Mädchen bewahrten in einem verschlossenen Behälter Osterwasser ein ganzes Jahr auf. Denn ein paar Tropfen davon auf die Brust gesprengt, konnte Liebeskummer und anderes Ungemach beseitigen.

Im Kottmarwald wird diese Tradition noch heute gepflegt. Kleine Gruppen treffen sich um gemeinsam zur Spreequelle zu wandern, um sich dort mit dem Wasser zu begießen. Es gilt aber immer noch „Mucksmäuschenstille“ zu sein.