Mühlenberge / Haage

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Das Dorf Haage, umgeben von Wiesen und Misch- und Kiefernwäldern wurde 1307 erstmals als Hage urkundlich erwähnt. Und allein von 1375 bis 1872 verfügte der friesacker Spross der Familie von Bredow über das Dorf und den Rittersitz Hage. Im Dreißigjährigen Krieg zerstampften Landsknechte verschiedener Nationen die Felder, raubten Vieh und mordeten die Bewohner und sie brachten die Pest mit. Die Bewohner flohen in die Wälder, buken Brot aus Eicheln, Bucheckern und Hafer und litten Hunger. Als die Haagener wieder in ihr Dorf zurückkehrten, waren fast alle Häuser zerstört. Kaum wieder aufgebaut, fielen die Schweden ein und aus Haage wird 1675 erwähnt: „Ein Bauer erschossen und 20 Pferde requiriert.“ 1806 vernichtete ein Brand fünf Bauernhöfe, die Schule, das Pfarrhaus und die Kirche aus dem 16. Jahrhundert und Kirchenpatron von Bredow gab seine Scheune für die Notkirche, an die ein Glockenturm angebaut wurde.

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Der stürzte beim Läuten der schweren Glocken ein, so dass erst 1938 die Kirche ihr heutiges Aussehen bekam. Seit 1901 hatte der Ort eine Postagentur, das erste Telefon wurde 1904 angeschlossen und 1919 bekam Haage elektrisches Licht. Nach Ende des 2. Weltkrieges nahm das Dorf Flüchtlinge auf. 1946 wurde das Gut auf 50 neue Eigentümer aufgeteilt, darunter 24 Umsiedler. Aus der schon 1953 gebildeten LPG „Frohe Zukunft“ traten die meisten Mitglieder wieder aus, 14 Bauernfamilien verließen das Dorf, um dem Zwangseintritt zu entgehen. War die Genossenschaft zuerst auf Kartoffeln spezialisiert, wurde 1983 eine Milchviehanlage für 420 Kühe gebaut. Nach der Wende blieb die Landwirtschaft dominierend, auch einige Handwerker ließen sich im Ort nieder. Zur Verschönerung wurden der zugeschüttete Dorfteich wieder ausgebaggert, 695 Bäume und tausend Heckensträucher gepflanzt.

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