Legende, zur Entstehung der Echten Spreewälder Gurkenmilch

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Helga Gerlach aus Lehde erzählt:
Die alte Kobblicken, was Helgas Urgroßmutter war, lag schon tagelang krank im Bette. Und das wollte bie der schon was heißen, denn alles hatte sie schon versucht, die Bartuschken hatte versprochen, den Nagel von einer großen Zehe (den sie für solche Zwecke aufgehoben hatte) bei Schlag Zwölfe unterm Birnbaum zu vergraben, auch was sonst immer hilft: gekautes Brot bei Mondschein mit Quark auflegen - nichts schlug an. 

Da mußte Christian, was Helgas Urgroßvater war, sich auf die Socken machen und zum klugen Mann nach Kamenz loofen. Ich will es kurz machen, denn er erlebte`ne Menge auf seiner Dreitagesreise! Zwei Ferkelhändler aus Spremberg überredeten ihn, in Forschte in eine Kneipe einzukehren und den dritten Mann beim Schafskopp zu machen. Sie bezahlten die Zeche und soffen zwei Tage lang durch. Als Christian von seiner Alten lamentierte, die auf die Troppen vom klugen Mann daheeme wartete, mischten sie ihm ein paar scharfe Schnäpse und den Rest von der Gurkenmauke.

Der Trunk, der wie Milch aussah und prima roch, dah in Christians Fläschchen echt aus. Der weckt Tote wieder auf! Und so war es denn auch. Die Kobblicken nahm gleich ein Löffelchen voll und ihre Augen wurden groß und kugelrund. Als die Tränen nur so kullerten, meinte sie überzeugt: "Dunna Sallat is das Zeig schoarf!" und leckte sich die Gusche. Ihr tat sofort nichts mehr weh. Na, und wie der Paster in seiner Sonntagspredigt über den alten Bibelspruch "Der Glaube allein macht seelig" sprach, dachte sich niemand was Böses, denn recht hatte er! Die Kobblicken wollte nach einiger Zeit wieder das herrliche scharfe Zeug pichel, doch es hatte sich herumgesprochen, der kluge Mann aus Kamenz war verstorben. So schloß sie sich in ihre Speisekammer ein und panschte ein paar scharfe Schnäpse mit Gurkenbrühe....
Von Stund an kam jeder, der ein Zipperlein im Spreewald hatte, nach Lehde und holte sich sein Fläschchen Echt Spreewalder Gurkenmilch. Jetzt wohnt Helga dort. Ihr könnt sie fragen, ob es so war.
Aber das Rezept verrät sie nicht!!!
(Quelle: Haus Burglehn, Lübben)