Jesuitenkirche


Die Jesuitenkirche, auch Pfarrkirche Heiliger Geist und St. Ignatius, ist neben der Heiliggeistkirche die größte und bedeutendste Kirche in Heidelberg und bildet den architektonischen Schwerpunkt des ehemaligen Jesuitenviertels in der Altstadt in unmittelbarer Nähe des Universitätsplatzes. Sie ist heute die Hauptkirche der römisch-katholischen Heilig-Geist-Gemeinde in Heidelberg. Errichtet wurde die Kirche von 1712 bis 1759 im Barockstil, der neubarocke Turm wurde erst in den Jahren 1868 bis 1872 angefügt. Die Kirche, die nicht wie üblich nach Osten, sondern nach Süden ausgerichtet ist, ist ein „ebenso bemerkenswerter wie ungewöhnlicher Bau“.

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Bedeutend ist die Hauptfassade an der Nordseite, die prächtige Giebelfassade am Richard-Hauser-Platz. Sie vertritt mit der Superposition zweier Ordnungen den in Deutschland seltenen Typ der Römischen Fassade und erinnert an die Mutterkirche des Jesuitenordens, Il Gesù in Rom. Die Fassade ist in drei Vertikalachsen aufgeteilt. Der Mittelteil ragt auffallend hoch auf, mit einem Dreiecksgiebel als Abschluss. In der mittleren Nische im oberen Teil steht die Figur des Erlösers Jesus Christus. Seitlich darunter, in den Nischen über den Seitenportalen, stehen die Skulpturen des Ordensgründers Ignatius von Loyola und des Jesuitenmissionars Franz Xaver. An den Seiten des geschwungen aufragenden Mittelteils befinden sich die Allegorisierungen der christlichen Kardinaltugenden Liebe und Hoffnung. Auf der Giebelspitze, über den Dächern der Stadt weithin sichtbar, steht mittig in triumphierender Haltung die Kardinaltugend des Glaubens mit dem Zeichen des Kreuzes.

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Seit 1986 an die Kirche angeschlossen ist das Museum für sakrale Kunst und Liturgie mit Schatzkammer. Dort sind u. a. kunstvolle Heiligenfiguren, Kelche und Monstranzen sowie prächtige Messgewänder aus vergangenen Jahrhunderten ausgestellt.