Geologischer Lehrpfad Torfmoorsee

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Steine erzählen ihre Geschichte

Jedes Projekt öffentlicher oder privater Natur hat seine Befürworter und Gegner. So war es auch, als der geologische Lehrpfad 1981 am Torfmoorsee entstand. Zugeben muss man natürlich, dass das Projekt mit den vielen, interessanten Steinen und dem Kohlehobel der ehemaligen Preussag einige Kosten verursacht hat. Am Ende hat sich der Einsatz von Robert Eickel und Reinhard Löchte, die die Realisierung vorangetrieben haben, gelohnt.

Seinerzeit war der geologische Lehrpfad der größte in Norddeutschland. Jedes der 23 Gesteine sowie der Kohlehobel ist mit einer Tafel beschriftet und seine Herkunft erklärt. Die Ergussgesteine haben ein rotes Schild, die Sedimentgesteine ein braunes und die Metamorphen Gesteine ein blaues Schild. Die Herkunft der Ergussgesteine, auch Vulkanite und Plutonite genannt, ist der Vulkan. Sedimentgesteine entstehen durch Ablagerungen im Wasser oder auf der Erdoberfläche. Metamorphe Gesteine entstehen durch Umwandlung schon existierender Gesteine, wie etwa Ergussgesteine oder Sedimentgesteine. Marmor, Gestein Nr. 20, war im Ursprung ein Kalkgestein, das durch Sedimentation im Meer gebildet wurde. Durch Druck und Temperatureinwirkung unter 10.000 Grad Celsius entstand dann Marmor, also ein metamorphes Gestein.

Jedes Gestein am Torfmoorsee erzählt seine eigene Geschichte. Der Säulenbasalt ist aus der Vulkaneifel zum Geologischen Park gekommen. Interessant sind die sechseckigen Säulen dieser Gesteine. Dieser Basalt wird ergänzt durch einen Kugelbasalt und eine Basaltlava. Alle diese Gesteine wurden im Zeitalter des Tertiärs vor ca. 20 Mio. Jahren gebildet. Die Schaumlava, Stein Nr. 4, bildete sich im Pleistozän vor ca. 500.000 Jahren.

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Wer Steine des Kölner Doms sehen will, muss nicht nach Köln fahren. Ein Trachyt aus dem Siebengebirge ist als Stein Nr. 5 aufgestellt. Der Diabas, Nr. 6, aus dem Sauerland ist über 350 Mio. Jahre alt. Das Material wird, da es sehr hart ist, zum Straßenbau verwendet. Der Milchquarz, Nr. 7, der zwar nicht in dieser Größe jedoch kleiner auch als Schmuck Verwendung findet, ist das häufigste Mineral in der Erdkruste. Der Massenkalk ist durch Tropfsteinhöhlen bekannt. Dieser Stein Nr. 8 entstand im Devon. Der Sandstein aus dem Karbon stammt aus dem Sauerland. Der große Findling ist sicher nicht vom Teufel hierher geschleppt worden, um evtl. die Bevergerner Kirche zu treffen. Er wurde in einer der drei Eiszeiten vom Eis aus Skandinavien hierher gebracht. Ein Osningsandstein zeigt das Material unserer Steinbrüche am Teutoburger Wald. Der Kalkstein Nr. 12 entstand vor 30 Mio. Jahren. Ein Konglomerat aus vielen Gesteinen wurde vom Piesberg bei Osnabrück zum Torfmoorsee gebracht. Stein Nr. 14 ist ein Eisenmanganerz.

Am Südostrand des Torfmoorsees steht der ausgediente Hobel, der zum Abbau der Kohle unter dem Schafberg dient. Es folgt der Kohlenkalk aus dem Karbon, danach ein Knollenkalk aus dem Devon. Der Anröchter Grünsandstein wird gerne als Baumaterial verwendet, da er eine intensive grüne Farbe hat.

Von den Alpen haben die Initiatoren dieses Parks einen Serizitschiefer heranbringen lassen. Ebenso wie der folgende Marmor ist der Serizitschiefer ein umgewandeltes Gestein. Auch der Paragneis kommt aus den Alpen. Der Gneis, ein Metamorphes Gestein, besteht aus den drei Mineralien Feldspat, Quarz und Glimmer. Aus Jütland ist der Orthogneis herbei geschafft worden.