Die Schauenburg in Friedrichroda

Bildurheber: Metilsteiner

Die Schauenburg ist eine Burgruine bei Friedrichroda im Landkreis Gotha.
Der hochmittelalterlicher Burgrest befindet sich 1,5 Kilometer südwestlich des Stadtzentrums auf dem Gipfel des gleichnamigen Berges, welcher zum Nordrand des Thüringer Waldes gehört.

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Im westlichen Thüringen ist seit dem 11. Jahrhundert ein Graf Ludwig nachgewiesen, welcher einen Grundbesitz am Rande des Altsiedellandes bei Gotha erwarb und mit seinem Gefolge eine Reihe von Orten gründete, zu denen auch Friedrichroda gehört. In einer Urkunde, welche im Jahr 1044 ausgestellt wurde, erhielt er auch die Erlaubnis zum Bau einer Burg. Auf dem Wolfsstieg bei Friedrichroda, im Mittelpunkt seiner Besitzungen, von wo er seinen Besitz "überschauen" konnte, baute er die Schauenburg.

Ludwig der Bärtige konnte durch die Eheschließung mit Cäcilie von Sangerhausen seinen Besitz und Einfluss in Thüringen rasch ausdehnen. Er hinterließ seinen Söhnen die Schauenburg, als er nach 1055 starb.
Die einstige Bedeutung der Schauenburg schwand mit Erbauung der Wartburg in Eisenach und der nahen Burg Tenneberg. Seitdem diente die Schauenburg wohl vor allem als Schutzburg des nahen Hausklosters Reinhardtsbrunn.

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Die Schauenburg musste 1259 infolge der Wirren des Bürgerkrieges, welcher nach 1247 um das Erbe der Landgrafschaft geführt wurde, modernisiert und instand gesetzt werden.
Die benachbarten Grafen von Henneberg wurden als Schutzvögte des Klosters bestimmt, sie ersetzen die bisherigen Vögte, die sich bis da als Ritter von Schauenburg nennen durften.
Die meisten der Befestigungen und Burgen in der Landgrafschaft Thüringen wurden zum Ende des Krieges zerstört, wobei auch die jetzt nutzlose Schauenburg zu Grunde gegangen sein soll.
Die spärlichen Reste der Schauenburg bestehen heute lediglich noch aus bearbeiteten Felspartien und planierten Geländeabschnitten in der Gipfellage des Burgberges. Unter einer Felspartie am westlichen Rand des Burggeländes, den Weißlebersteinen, befindet sich im freien Gelände der Mariaquell, vermutlich die Trinkwasserversorgung der Burg. Hier vermutet man auch eine Vorburg.
Die Kleinfunde, welche in den 1950er Jahren bei Grabungen freigelegt wurden bestehen aus Keramik, Metallresten und Ziegelbruch. In der regionalgeschichtlichen Abteilung der Gothaer Museen wird das Fundinventar aufbewahrt.

Die Burganlage ist als Bodendenkmal unter Denkmalschutz gestellt und heute durch Wanderwege erschlossen. An einem Felsen am Ostrand der Burgfläche befindet sich das Schauenberg-Kreuz.