Die Bockwindmühle im Schloß Blankenhain

Die im Agrar- und Freilichtmuseum Schloß Blankenhain für den Besucher zugängliche Bockwindmühle stammt aus dem thüringischen Ort Großenstein. Da die Mühle vor Ort nicht mehr gehalten werden konnte, wurde sie 1982 abgebaut und ins Blankenhainer Museum transloziert, wo sie seit 1988 für die Besucher geöffnet ist.

Bildurheber: Wolfgang Buttkus

Die Geschichte dieser Bockwindmühle war äußerst wechselvoll und begann im Jahre 1740, als am 15 August ein Müller Namens Hans Kischner ein Stück Feld in der Nähe des Örtchens Großenstein zum Aufbau einer Mühle kaufte. Das Grundstück lag am Rande des Kreuzweges beim sogenannten "Kreutzstein", unweit der Handelsstraße zwischen Ronneburg und Zeitz. Diese Lage gab der Mühle auch ihren Namen: Kreutzstein-Windmühle.
Unter vielfach wechselnden Besitzern überstand die Mühle Kriegs- und Krisenzeiten ohne nennenswerten Schaden. Im Jahre 1834 wurde dann vom Ronneburger Justizamt eine Anweisung erteilt, die besagte, daß alle Windmühlen an der Straße Ronneburg-Zeitz, die den Verkehr behinderten, verlegt werden sollten.

Bildurheber: Wolfgang Buttkus

Von dieser Anordnung wären 17 Windmühlen der Umgebung betroffen gewesen, unter anderem auch die Kreutzstein-Windmühle, die 250 Ellen verlegt werden sollte. Diese Anweisung trat aber nie in Kraft, da schon der Plan für den Neubau der Straße vorlag, der dann in den Jahren 1848 bis 1853 erfolgte.
Unter dem Besitzer Bernhardt Wunderlich wurden um 1884 ein neuer Kuhstall und eine neue Scheune auf dem Mühlengrundstück errichtet. Am 17. Juli 1900 beschädigte ein Brand während eines Gewittersturmes die Windmühle und die Nebengebäude. Die Beseitigung der dabei entstandenen Schäden kostete die für die damaligen Verhältnisse beträchtliche Summe von 6800 RM. Seit 1918 befand sich nun die Windmühle im Besitz von Bruno Wunderlich, der mit dem Anbau einer neuen Mühlentreppe 1939 auch ein neues Dach aufrichten ließ. Nachdem im Jahre 1947 noch eine Elektrifizierung des Mahlvorganges erfolgte, wurde der Betrieb 1951, nach über 200 Jahren, eingestellt.

Bildurheber: Walter Schneider

Die Mühle verfiel nach und nach und konnte nur durch die 1982 erfolgte Umsetzung in das nahe gelegene sächsische Agrar- und Freilichtmuseum Schloß Blankenhain vor dem völligen Zerfall bewahrt werden.

Weuitere Informationen zum Agrar- und Freilichtmuseum Schloss Blankenhain erhalten Sie hier!