Burg Neipperg

Die Burg Neipperg ist die Stammburg der Herren und Grafen von Neipperg. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und befindet sich in Neipperg, heute ein Ortsteil von Brackenheim, im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg.

Sie ist jederzeit zugänglich.

Bild: P.Schmelzle@wikimedia.org CC BY-SA 3.0

Burg Neipperg weist zwei massive Türme auf, die Anlass zu Spekulationen über zwei getrennte Burgen unterschiedlicher Epochen geben, die von einer gemeinsamen Ringmauer umgeben wurden: die Obere Burg und die nur wenig ältere Untere Burg. Der Turm der Oberen Burg wurde um 1220 errichtet, seine Arkadenfenster stammen vermutlich von Handwerkern der Bauhütte des Klosters Maulbronn.

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Die Anlage könnte von jeher ein Sitz der 1241 mit einem Reinbot erstmals erwähnten Familie derer von Neipperg sein. Die ältesten Lehensurkunden stammen von 1304/06, als die Brüder Konrad und Wilhelm von Neipperg die Burg samt Weinbergen und Äckern vom Bistum Würzburg als Lehen erhielten, das zuvor wohl schon ihr Vater Warmundus besaß. Im 14. Jahrhundert war der Besitz an der Burg zersplittert. Die Herren von Weinsberg verkauften 1321 ihre Anteile an der Burg an die Grafen von Württemberg. 1331 ging ein weiterer Teil der Burg von den Neippergern an Graf Eberhard den Greiner, der diesen Anteil jedoch 1362 wieder an Reinbot von Neipperg versetzte, wobei dieser das Recht auf Wiedereinlösung einräumte und die Öffnung der Burg versprach. Reinbot konnte 1364 einen weiteren Teil der Burg von der Familie Meiser zurückerwerben, den diese über die Heirat einer Neipperg-Erbtochter erlangt hatte.

Neben einem Herrensitz in Schwaigern war Burg Neipperg bis ins 16. Jahrhundert einer der Hauptsitze der Herren von Neipperg, bevor dieser ins Schloss Klingenberg und 1702 in das neu erbaute Schloss Schwaigern verlegt wurde.

1831/32 war das Palasgebäude unbewohnt und baufällig. Um 1850 erfolgte die Umgestaltung der Anlage zum Wirtschaftshof unter Graf Alfred von Neipperg. Wirtschaftsgebäude und Pächterwohnung datieren in diese Zeit. Die Anlage, zu der nahezu die Hälfte der Markung der Gemeinde zählte, wurde als Schlossgut verpachtet.

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