Agria-Werke

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Die Agria-Werke GmbH ist ein Hersteller von Motorgeräten für landwirtschaftliche, gärtnerische oder kommunale Verwendung wie beispielsweise Einachsschlepper, Motorhacken oder Kleintraktoren.

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Das Unternehmen wurde 1945 von Erwin Mächtel und Otto Göhler in Ruchsen bei Möckmühl gegründet. Zuvor gelang es ihnen einen Teil der Produktionsanlagen und Rohstoffe ihrer Zahnradfabrik in Karlsruhe vor der Demontage zu bewahren und in den Möckmühler Nachbarort Ruchsen zu bringen. Somit nahmen sie das Geschäft der Zahnradproduktion wieder auf und daraus entwickelte sich eines der heutigen führenden Unternehmen für die Herstellung und den Vertrieb von Maschinen für Boden- und Grünflächenbearbeitung.


Besonderen Ruf erlangte Agria als Hersteller von Gartenfräsen, mit deren Produktion das Unternehmen 1947 begann. Bekannte Gerätetypen waren in den 1950er- und 1960er-Jahren die Motorhacke Agriette bzw. die Einradfräse Agria Baby, umgangssprachlich auch Kräutermoped genannt, mit modifiziertem NSU-Quickly-Motor – NSU Typ 35 – mit einem Hubraum von 49 cm³, 2,5 PS und 3-Gang-Schaltung.

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Dem Bedarf der Nachkriegszeit entsprechend entstand der Dreirad-Lastenroller Triro, der mit den Dreirad-Leichtlieferwagen Goliath und Tempo konkurrierte und wie der Goliath mit einem Hinterradantrieb warb. Da er mit dem alten Führerschein Klasse IV gefahren werden konnte, schien die Nachfrage gesichert. Der solide sehr kleine LKW konnte als Pritschen- und Kastenwagen bestellt werden, hatte einen Einzylinder-Zweitaktmotor mit 250 cm³, 9 PS, und fuhr 50 km/h. Die Kraft wurde über eine Kardanwelle auf die Hinterachse übertragen. Ab 1952 leistete der Motor 10 PS. Von 1950 bis 1954 wurde dieses leichte Nutzfahrzeug (Leergewicht 650 kg einschließlich Fahrer) mit 600 kg Nutzlast gebaut. Fast ohne Organisation im Verkauf kamen insgesamt 500 Stück auf den Markt. Der Pritschenwagen kostete bis zu 3675 DM.

Neben dem Stammwerk in Möckmühl entstanden bis in die 1970er-Jahre Betriebe in Adelsheim und Jagsthausen sowie Produktionsbetriebe in Spanien, Italien und Griechenland. Um 1975 waren bereits 2000 Mitarbeiter beschäftigt und es wurden Geräte in über 130 Länder exportiert, womit Agria Weltführer auf dem Markt für Gartenfräsen war. Im Jahr 2001 wurde bei Agria die einmillionste Maschine hergestellt. Noch immer wird die Einradfräse Typ 2100 mit einem der NSU-Quickly entsprechenden Tank und dem auf Basis des 50-cm³-NSU-Zweitaktmotors entwickelten Motor (Agria Typ 66, nun 6,5 PS) gefertigt.